Skywatcher ED 100 Pro

Auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten meiner Astrofotos hatte ich also zunächst bei der Öffnung was draufgetan, dann bei der Montierung. Was mir mit der Zeit (und gerade weil andere Fehlerquellen ausgeschaltet waren) immer mehr auf den Keks ging, war das Fokussieren. Bei meinen bisherigen Rohren und speziell beim 10cm FH gab es keinen genauen Fokuspunkt sondern mehr einen breiteren Bereich erhöhter Schärfe. Selbst mit Scheinerblende konnte man zwar das Doppelbild verkleinern, aber nie zu einem Punkt vereinigen. Deshalb hatte ich ihn für Mondfotos auf 88 mm abgeblendet, woraus meine aus meiner Sicht bis dahin besten Mondfotos resultierten:

Mond 23.1.2007 19:50, TS FH 100/1000, 1/30 Sekunde, EOS 350D, 200 ISO (25%, Klick aufs Bild für 100%):

Ganz ohne Blausaum gings anscheinend nicht. Was nun? Für einen Newton konnte ich mich nicht erwärmen, vielleicht etwas mit derselben Öffnung, aber einer besseren Optik? Eigentlich hatte ich den 10 cm FH was “Deep sky” angeht, noch nicht ganz ausgereizt, weil ich die Monti von der Aufstellung her noch lange nicht an ihre Grenzen getrieben hatte. Aber wenn ich immer nur einen Aspekt verbessern würde, hätte ich noch einen langen Weg vor mir. Warum also nicht einen 10 cm Refraktor mit einer etwas farbreineren Abbildung? Ein “Volksapo” zu einem doch noch erschwinglichen Preis (ungefähr 11 Lidls, allerdings nur für den Tubus).
Ein solches Gerät:

Okay, Entscheidung gefällt, Bestellung, und da war er auch schon. Leicht, mit 3,4 kg weniger als die Hälfte des TS 100/1000. An der Monti konnte ich jetzt mit deutlich weniger Gegengewichten auskommen. Dieses Fernrohr hätte zur Not auch noch auf die Lidlmontierung gepasst. Der Fokussierer wesentlich feinfühliger und beim Scharfstellen einen sehr gut definierten Punkt. Die Achse mit den Scharfstellknöpfen hatte allerdings einen deutlichen Schlag, eben China, sowas liesse sich mit schärferer Qualitätskontrolle leicht beheben aber für den Preis nehme ich das gern selbst in die Hand (insofern kennen die ihre Abnehmer). Optik sieht guut(sic!) aus, fast schon japanisch. Visuell am Tag schon Teleobjektiv-Feeling. Und mit 900mm Brennweite statt 1000 müsste ich doch bestimmte Objekte noch besser draufkriegen. Jetzt noch besseres Wetter.

In der Zwischenzeit war ich insofern fleissig, als ich ein Programm schrieb, welches den Auslöser der EOS 350 steuern, die Monti ansprechen und Webcambilder abgreifen kann. Damit waren also alle Zutaten für einen Autoguider vorhanden.
Am 11. März 2007 war es dann soweit. Zwar nicht so tolles Seeing, aber endlich mal wieder Sterne.

M42 12.3.2007, Skywatcher ED 100/900, 4x60s, 2x45s, EOS 350D, 800 ISO (50%, Klick aufs Bild für 100%):

Die nächsten Massnahmen sind die Verbesserung des Guidingprogramms und vor allem eine Vorrichtung, mit der man das Leitrohr gegenüber dem Teleskop verstellen kann. Mit der starren Verbindung der beiden Rohre hatte ich nach erfolgreicher Leitsternsuche das Motiv meist nicht mehr im Zentrum des Bildes der Canon. Das ist unschön.

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