Die kurze Version dieses Posts ist, ich habe eine Uhr aus CFK/”Alutex” gemacht
und so sieht sie aus:

Das Arbeiten mit carbonfaserverstärkten Kunststoff hatte mir Spass gemacht. War beim Fräsen recht gutmütig, wegen der geringen Materialdicken war man schneller als bei Holz und am Ende musste man nicht schleifen und versäubern.
Ich bin dann auf eine silberne Variante namens “Alutex” gestossen.
Das ist mehrlagig, z.B. 0,2 mm Deckschicht mit aluminiumbedampftem Glasfasergewebe, dann 0,2 mm CFK und dann wieder bedampfte Glasfaser.
Hab ich mir also ein Stück in 0,6 mm Stärke besorgt und dachte ich mach da eine Uhr draus 🙂
Beim Auspacken, also die Oberflächenstruktur ist schon nett, besonders stabil war es aber nicht, da hätte ich evtl. dicker bestellen sollen.
Egal, man kann ja von hinten Multiplex drankleben.
Das Zifferblatt sollte 24 cm Durchmesser haben, also wieder im bewährten 2-Schritt-Verfahren wie z.B. hier angefertigt.
Für den Hintergrund dann ein schwarz lasierter Multiplexring (der natürlich auch in zwei Schritten gefräst wurde), so sahen die Teile aus:

Man sieht dass das Ziffernblatt sich wellt, weil es recht flexibel ist.
Die beiden Teile dann mit Kleber versehen, mit Spannzangen fixiert, beschwert und über Nacht stehen gelassen:

Fein!
Jetzt also wie immer ein Messing-Zeigerset zurechtschneiden und fertig. Alle meine bisherigen Uhren hatten solche Zeiger (ausser der Wortuhr).
Allerdings, hm, wenn man nun silbernes CFK hat und schwarzes, wie wäre es denn wenn man die Zeiger selbst anfertigt, hier also aus schwarzem CFK?
Das Zeug ist leicht und stabil, sollte auch technisch gehen.
Okay, also das Uhrwerk vermessen und ein paar Probebohrungen für den richtigen Sitz gemacht, dann entworfen und gefräst:

Beim Sekundenzeiger habe ich einen vorhandenen Sekundenzeiger kannibalisiert um an den Abschlusstopfen zu kommen (sowas kann man auch einzeln kaufen).
Der Zeiger wurde dann einfach aufgepresst:

Und fertig, hier noch ein Detailbild wo man die Strukturen besser sehen kann (und die Sekundenzeigerabdeckung noch in Messing war):
